Jippie! Mein Blog meldet sich zurück nach dem Sommerloch. Jedes Jahr im Sommer, immer um den August herum, verlässt mich meine Motivation zu bloggen. Der Herbst kam dieses Jahr so plötzlich – obwohl es metereologisch gesehen noch Sommer ist – Aber mit ihm auch wieder Lust daran, Fotos zu bearbeiten und Texte zu schreiben.

Nach meinem Urlaub im Juni und Juli bin ich im August wieder bei der #SewYourWardrobeBasics-Challenge von Sea of Teal dabei gewesen. Wer nicht mehr genau weiß was das war – Bei dieser Blogger-Challenge gibt es in jedem Monat ein Motto zu dem mindestens ein Basic-Teil genäht werden soll. Die Definition von „Basic“ ist dabei jedem selbst überlassen. Für mich bedeutet das nicht zwingend, das es einfarbig oder besonders gut kombinierbar sein muss, sondern eher dass das Kleidungsstück bequem und jeden Tag tragbar sein sollte. Also ein Teil, das ich wirklich gern im Alltag trage. Das ist mir bei diesem Projekt ziemlich gut gelungen.

Mein selbstgenähter Jumpsuit

Das Schnittmuster

Das Schnittmuster stammt aus der Fashion Style Nr.6 2020 (Juni-Ausgabe). Ich habe sehr lange nach einem Schnitt für einen Jumpsuit in Wickeloptik gesucht und wurde hier endlich fündig. Der Schnitt ist einfach gehalten: Zwei überlappende Vorderteile, Rückenteil, Hose und ein Gürtel dazu. Die „Ärmel“ entstehen durch die überschnittenen Schultern. Und ganz wichtig: Er hat Taschen!!

Ich war anfangs etwas skeptisch wegen des Materials. Jersey ist ja auf der einen Seite sehr bequem, gerade für’s HomeOffice. Allerdings neigt er auch dazu sich zu verziehen, besonders bei langen und schweren Teilen wie Hosen. Zudem habe ich in letzter Zeit in diversen anderen Nähblogs so viele Jersey-Jumpsuits gesehen, die eher nach Schlafanzug ausgesehen haben. Da ich aber derzeit sowieso meist zuhause im Home Office sitze und nur zum Einkaufen oder zum Sport rausgehe, habe ich beschlossen, es trotzdem mal zu wagen und mir eine Ganzkörperpelle aus Jersey zu nähen.

Da der Jumpsuit ja eher locker sitzen soll, habe ich eine Größe 42 genäht und beim Erstellen des Schnittes erstmal gar nichts verändert. Im Nachhinein habe ich das etwas bereut, mehr dazu schreibe ich gleich im Absatz  „Nähen“.

Der Stoff

Den Stoff habe ich bei meinem lokalen Stoffdealer, der Stoffgalerie Rust in Neustadt gefunden. Es ist ein leichter Viskose Jersey in schwarz-weiß mit einem großen Mandala-Muster. Die Stoffauswahl war ziemlich spontan und der Stoff ziemlich teuer. Aber es hat sich gelohnt. Er fühlt sich wunderbar leicht und weich auf der Haut an. Außerdem wirkt der Jumpsuit mit dem großflächigen Muster sehr interessant. Für den Gürtel habe ich einen simplen schwarzen Viskose-Jersey verwendet.

Zuschnitt des Jumpsuits

Zuschnitt & Nähen

Am Anfang dachte ich, der Jumpsuit wäre sehr einfach und schnell zu Nähen – Schulter und Seitennähte waren schnell gemacht und auch der Halsausschnitt war einfach zu arbeiten. Die Hosenbeine bestehen ja sowieso nur aus geraden, langen Nähten und waren auch schnell zusammengenäht. Da der Jumpsuit aus Jersey besteht war es auch nicht nötig, die Nahtzugaben auseinander zu bügeln und getrennt zu versäubern. Ich habe sie einfach nach dem Nähen mit der Overlock zusammengefasst versäubert und zu einer Seite gebügelt.

Ich habe allerdings schnell gemerkt, dass ich mit der Passform des Jumpsuits nicht so ganz glücklich bin. Am Oberteil war mir die Größe 42 einfach viel zu groß. Der Wickelteil vorne hing lasch herunter anstatt leicht zu fallen und bildete am Bauch einen hängenden Knäul. Die Taille sitzt bei diesem Schnitt auch nicht ganz so wie meine Taille. Überhaupt habe ich mich gefragt, welche Frau eine so niedrige Taillenhöhe hat. Wenn man sich nämlich die Laibhöhe der Hose im Vergleich zur Länge des Oberteils ansieht, müsste die Trägerin mindestens 1.80m groß sein, damit alles richtig sitzt.

Näharbeiten am Oberteil

Passform des Oberteils verändern
Da ich das Oberteil sowieso nochmal von der Hose abtrennen musste, habe ich die Vorderteile etwas nach unten versetzt und an der Taille abgeschnitten. Außerdem habe ich die vordere Mitte jeweils um 2cm versetzt, so dass der Wickelteil schön über der Brust fällt, ohne zu sehr zu hängen. Dann habe ich die Wickelteile wieder zusammengeheftet.

Passform des Hosenteils verändern
Solltet ihr mal ein Teil mit Hose nähen – Egal wie locker es sitzen soll und egal wie einfach es aussieht. MISS VORHER DIE SCHRITTLÄNGE AUS UND VERGLEICHE SIE MIT DEM SCHNITT. Einfach weil es so ärgerlich ist, wenn die Hose zusammengenäht wird und Du feststellen musst, dass sie im Schritt nach unten hängt, einen „Katzenbart“ (Falten vorne) bildet oder am Po kneift. Das hätte ich besser auch mal gemacht. So habe ich nämlich das Hosenteil zusammengenäht, schön sauber den Bund mit dem Gummizug gearbeitet, nur um dann festzustellen, dass es hinten und vorne nicht passt. Die Hose hing im Schritt einfach nur seltsam nach unten, mindestens 10cm vorne und hinten. Das sah einfach völlig bescheuert aus.

Hier hat es einige Versuche und Anproben gebraucht, bis das richtig gesessen hat. Letzten Endes habe ich das Hosenteil einfach oben abgeschnitten und sehr knapp über den Tascheneingriffen an das Oberteil genäht. Die Tascheneingriffe sitzen jetzt nicht mehr ganz optimal, aber immerhin passt nun die Hose. Den „Bund“, an dem der Gummizug für die Taille eingezogen wird, musste ich etwas schmaler machen, damit er noch über die Tascheneingriffe passt. Da es schwierig ist, nach dem Zuschneiden die Schrittlänge abzuändern, sollte man das eigentlich unbedingt am Schnittmuster schon machen. Nächstes Mal bin ich schlauer (und weniger faul – hoffe ich^^)

Beleg am Halsausschnitt annähen
In der Anleitung wird der Beleg nicht gedehnt angenäht. Das habe ich etwas anders gemacht und bin von der Anleitung abgewichen. Wenn man einen Beleg einfach ungedehnt an einen Halsauschnitt annäht, führt das meistens dazu, dass der Ausschnitt absteht, besonders hinten im Nacken. Um das zu vermeiden, habe ich den Beleg gekürzt, jeweils um 5cm an jedem Teil und ihn beim Annähen dann leicht gedehnt.

Der Besatzstreifen am Halsausschnitt wird doppelt gelegt und dann von rechts mit der Ausschnittkante verstürzt. Dann wird er nach innen umgeschlagen und von rechts festgesteppt. Das ist nicht nur einfach zu nähen, es sieht auch sehr schön aus.

Gürtelschlaufen
Ich mag es einfach nicht so gerne, wenn Gürtel nur so „lose“ über dem Kleidungsstück hängen, weil sie dann beim Tragen irgendwann verrutschen. Und gerade bei diesem Jumpsuit sollte der Gürtel ja genau über dem Gummibund sitzen. damit es so aussieht als wäre er nur mit dem Gürtel in der Taille zusammengebunden. Deswegen habe ich kurzerhand hinten noch zwei Gürtelschlaufen angenäht. So bleibt der Gürtel an Ort und Stelle, auch wenn ich mich bewege oder hinsetze.

Detail Gürtelschlaufen am Jumpsuit

Fazit:

Auch wenn ich die Passform, vor allem im Bereich von Taille und Taschen etwas verändern musste, um die Hose passend zu machen, bin ich trotzdem sehr zufrieden mit dem Jumpsuit. Er sieht recht elegant aus und ist super bequem. Ein perfekter Begleiter für heiße Sommertage oder auch jetzt für kühlere Herbsttage – In Kombination mit einem Cardigan.

Das Nähen des Hosenteils hat mich so einiges an Nerven gekostet. Ich habe mir fest vorgenommen, niemals mehr was mit Hosen zu nähen. Das passt einfach nicht richtig 🙁

Es lässt sich also zusammengefasst sagen:

  • Der Jumpsuit ist der perfekte Begleiter fürs Homeoffice
  • Er ist für drin im Büro bequem, aber man kann damit auch rausgehen ohne auszusehen als wäre man noch im Schlafanzug
  • Der Stoff ist knitterfrei und einfach zu waschen
  • Lässt sich elegant, aber auch ganz gechillt stylen

Handgenähter Overall von vorne

Ansicht des Jumpsuits von hinten

Und für diejenigen unter Euch, die nicht im Home-Office sitzen müssen, sondern auf die Arbeit gehen: Hier ist  der Beitrag für August von Stef (sea of teal), die sich einen wunderschönen Hosen-Anzug genäht hatö.

Es freut mich sehr, dass Du meinen Beitrag bis hierhin gelesen hast. Hast Du noch eine Frage oder Anregung? Hinterlass‘ mir doch einen Kommentar oder schreibe mir auf Facebook.

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